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«Vertrag kommt von vertragen» – schön und gut. Aber wer möchte sich schon inmitten der Hochzeitsplanungen zwischen Brautkleid-Anprobe, Torten-Tasting & Gestaltung der Hochzeitskarten mit einer möglichen Scheidung auseinandersetzen? Schliesslich soll die Hochzeit nicht durch echte oder angedichtete Zweifel an der Liebe ins Wanken gebracht werden.

Doch es geht gar nicht um Zweifel an der Liebe oder an dem Willen, den Rest des Lebens miteinander zu teilen. Viele Paare sehen einen Ehevertrag vor allem als respektvolles Mittel an, wie sie miteinander umgehen wollen, wenn sie nach Jahren feststellen, dass die gemeinsame Zeit ein Ende haben soll.

Worauf Sie bei Ihrem Ehevertrag achten müssen, ist pauschal nicht zu beantworten (auch wenn der eine oder andere Blog im Internet uns das weismachen möchte). Unsere Empfehlung ist es, dass Sie sich in jedem Fall vorab anwaltlich beraten und (so ist es in der Schweiz auch vorgesehen) Ihren Ehevertrag notariell beglaubigen lassen.

Die Unterschiede mit und ohne Vertrag

Ohne Ehevertrag ist es so: Sie bringen das eigene Vermögen (sofern vorhanden) mit in die Ehe und können es nach der Scheidung (sofern dann immer noch vorhanden) weiter behalten. Macht Sinn, wenn beide viel oder gar kein Geld haben.

Aber: Das Vermögen, das während einer Ehe hinzukommt, wird dann nach der Scheidung hälftig geteilt. Auch dies ist fair, selbst wenn nur ein Partner Vermögen erwirtschaftet hat, denn das funktioniert in der Regel nur, wenn der andere Partner ihm zuhause den Rücken freihält. Teamwork eben. Juristen nennen dies eine Errungenschaftsbeteiligung.

Wenn Sie für sich eine andere Variante wählen möchten (geht auch nach der Eheschliessung), dann müssen Sie dafür einen Ehevertrag miteinander schliessen. In diesem können Sie dann weitere Vereinbarungen treffen, die übrigens nicht nur für den Fall der Trennung, sondern auch im Falle des Todes eines Partners einen grossen Unterschied machen können:

Denn wenn vertraglich nichts geregelt ist, kann ein Partner im Todesfall das Vermögen nicht einfach auf den anderen Partner übertragen, sonder dieser muss die Hälfte des gesamten Vermögens mit möglichen Kindern und Enkelkindern teilen.

Dies kann in der Praxis dazu führen, dass sogar das eigene Haus verkauft werden muss, um die Erben auszubezahlen, denn Vermögen und Werte sind nicht immer in Bargeldreserven zu messen.

Unser Fazit

Auch wenn die reinen Zahlen der jährlichen Ehescheidungen in der Schweiz sicherlich Grund genug dafür sein können, sich mit dem Thema Scheidung auseinanderzusetzen (2017 gab es rund 14’500 Scheidungen), so ist die Eheschliessung eine Entscheidung zweier erwachsener Menschen mit weitreichenden tollen (aber auch juristisch zu bewertenden) Folgen.

Insofern kann es nicht schaden, sich das Thema gemeinsam anzuschauen und gemeinsam zu entscheiden, ob ein Vertrag sinnvollerweise geschlossen werden soll.

Wir wünschen Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie, wenn Sie sich für einen Vertrag entscheiden, diesen ganz hinten unten in irgendeiner Kommode lagern und nie wieder herausholen müssen!

Ihr Team von kartenmacher.ch

Mehr Infos zum Thema findet ihr hier: https://www.ch.ch/de/guterstand/ und dort: https://www.ch.ch/de/heirat/